Staatssekretärin Melanie Huml zu Besuch bei Dr Pley Environmental GmbH im IGZ Bamberg

Veröffentlicht am 23.12.2011

Am 21.12.2011 informierte sich die Staatssekretärin des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, Melanie Huml, im Rahmen ihres Besuchs über die innovativen Technologien zur Emissionsminderung bei Biomassefeuerungen der Dr Pley Environmental GmbH in Bamberg.

Neben Vertretern der Stadt Bamberg und den Stadtwerken Bamberg waren auch die Geschäftsführer der Firmen Wamsler Haus- und Küchentechnik GmbH sowie der Piazzetta Deutschland GmbH vertreten. Beide Firmen sind die ersten Hersteller von Kaminöfen und Kamineinsätzen, die die neue Katalysatortechnologie der Dr Pley Environmental seit dieser Heizsaison in Ihren Geräten anbieten und damit eine Vorreiterrolle für eine neue Generation emissionsarmer Kaminöfen am Markt einnehmen.

Zusammen mit Rudolf Cordes, Geschäftsführer der Novagreen Projektmanagement GmbH, präsentierte Dr. Pley erstmals das neue Projekt PhytoEnergy. "Dieses Projekt stellt einen ganz neuen Ansatz der dezentralen Energieerzeugung aus nachwachsender Biomasse dar, ohne dass Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird. Gerade auf Grund der aktuellen Reorganisation der weltweiten Energieerzeugung und der angestrebten Reduzierung des CO2 Ausstoßes bieten wir hier eine innovative Technologie an, die einen Teil zur Verhinderung der Klimaerwärmung beitragen wird", so Pley. "Für das Gelingen der Energiewende ist auch der Einsatz von Biomasse wichtig. Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass der Immissionsschutz gewahrt bleibt. Die Entwicklung von innovativen Abgasreinigungseinrichtungen trägt dazu bei, die Schadstoffe in der Luft zu reduzieren", betonte Melanie Huml, Umweltstaatssekretärin.

PhytoEnergy ist ein gesamtheitlicher Ansatz einen eigenen Brennstoff zu züchten und anschließend zur Energieerzeugung zu nutzen. Dazu werden in einem Gewächshaus spezielle Mikroalgen gezüchtet, die bis zu 30 mal schneller wachsen als andere Biomasse, wie z.B. Mais oder Miscanthus. Da die Mikroalgen empfindlich auf zu hartes Sonnenlicht reagieren, wird die Biomasseproduktion durch neu integrierte Photovoltaikscheiben schattiert. Hier wird nach dem bereits bekannten Prinzip aus Sonnenlicht elektrische Energie gewonnen. Die Mikroalgen werden täglich geerntet, mit der intern zur Verfügung stehenden Prozesswärme aufbereitet und pelletiert.

Durch ein neuartiges Verfahren werden die pelletierten Mikroalgen innerhalb eines Festbettvergasers in ein hochkalorisches brennbares Gas umgewandelt. Dies geschieht mit reinem Sauerstoff, den die Mikroalgen selbst bei Ihrem Wachstum produzieren. Mit diesem Gas wird dann ein Blockheizkraftwerk betrieben, wodurch Strom und Wärme erzeugt werden. Die Abgase des BHKWs werden anschließend katalytisch gereinigt und das enthaltene Kohlendioxid abgetrennt. Das Kohlendioxid wird wieder als Nährstoff für die Mikroalgen im Gewächshaus verwendet. Somit wird innerhalb dieses Verfahrens Energie erzeugt und das Kohlenmonoxid im Kreislauf geführt.

"Durch die Bündelung der Kompetenzen unserer beiden Unternehmen haben wir hier eine Technologie, die wir kurzfristig zur Marktreife bringen werden. Mit nur einem Hektar Treibhausfläche lassen sich dann bis zu 50 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen", so Cordes. Im kommenden Jahr wird, das bereits jetzt im Technikumsmaßstab funktionierende, Verfahren in einem Demonstrationsprojekt mit einem Gewächshaus umgesetzt. Speziell wird der Focus auf der Ermittlung der Stromentstehungskosten und weiterer Optimierung des Verfahrens liegen. Zur Finanzierung des Projektes laufen bereits Gespräche mit Unternehmen aus Europa und China.